Southern Upland Way

Southern Upland Way

Von Portpatrick nach Cockburnspath — quer durch Schottland.

  • 341 kmStrecke
  • 100 kmAbgebrochen bei
  • 21 TageDauer
  • 6 TageAbgebrochen nach

Der Southern Upland Way ist ein 341 Kilometer langer Wanderweg in Schottland. Er führt von der Westküste zur Ostküste Schottlands — von Portpatrick über Bargrennan, St. John’s Town of Dalry, Sanquhar, Moffat, Traquair, Melrose und Longformacus bis nach Cockburnspath.

Leider musste ich meine Wanderung nach ungefähr der Hälfte des Weges (in Sanquhar) wegen schlechten Wetters abbrechen. Selbst nach drei Tagen waren meine Schuhe noch nicht trocken: die Strecke führt durch große Moore, in denen das Wasser nicht abfließt, sodass die Schuhe immer nasser wurden.

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Portpatrick nach Stranraer

Leider hatte der Ryanair-Flug fast eineinhalb Stunden Verspätung, so dass ich den Flughafen in Prestwick erst gegen 22 Uhr verlassen konnte. Es war bereits dunkel, ich suchte den nahegelegenen Prestwick Holiday Park zum Zeltaufstellen. Der Platz liegt direkt in der Einflugschneise und die Nachtruhe wird durch startende Flugzeuge gestört; zudem plagen einen beim Zeltaufbau die Midges.

Am Morgen weckte mich das Schreien der Möwen, bevor in Prestwick das erste Flugzeug pünktlich um 6 Uhr landet. Um 9:30 fährt der Zug nach Stranraer; die Fahrt ist idyllisch. In Stranraer muss man um den Fährhafen laufen, Vorräte auffüllen und eine Gasflasche kaufen. Um 12 Uhr nahm ich den Bus nach Portpatrick, der direkt zum Hafen fährt — dem Startpunkt des Southern Upland Way.

Von der Küste geht es über Stufen auf die Klippen. Hinter einem kleinen Funkhaus wird der Weg angenehm; er führt durch Buchten, steile, aber gesicherte Auf- und Abstiege und schließlich weg von der Küste auf einen längeren asphaltierten Abschnitt. Der Belag wechselt zwischen Wiesenpfad, Schotter und Beton, bis die Old Military Road erreicht ist. Etwa 2 km weiter liegt der Campingplatz in Stranraer.

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Stranraer nach New Luce

Ich startete früh und erreichte den Endpunkt des Vortages gegen 9 Uhr. Zunächst verläuft die Strecke auf geteerten Straßen, bald aber auch auf Feld- und Waldwegen; sie führt am Castle Kennedy vorbei und in die Schlossgärten. Kurz darauf durchquert man eine Farm und trifft auf wilde Hühner, die beinahe zutraulich sind.

Der Pfad wird schmaler und verliert sich im Gras, bietet aber an Weidezäunen Möglichkeiten zum Übersteigen. Nach einer Moor-ähnlichen Fläche gelangt man zu einer Fußgängerbrücke und schließlich auf einen langen, geraden Feldweg, der zur Ruine von Kilhern führt. Am Ende des Pfades kann man sich Richtung New Luce oder Bargrennan entscheiden — ich wählte New Luce und stellte mein Zelt auf einem Platz auf, wo Camper üblicherweise stehen; man erlaubte mir, mein Zelt aufzubauen, wenn ich später ein Bier an der Bar trinken würde.

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New Luce nach Bargrennan

Heute stand ich sehr früh auf und war um 8 Uhr bereits am Startpunkt. Die Strecke war ausgesprochen schlecht: wechselnder Untergrund aus Teer und sumpfiger Wiese machte das Gehen mühsam und die Schuhe durchnässt. Teilweise führte der Weg entlang einer Mauer, an anderen Stellen durch kniehohe Schlammpfützen.

Nach dem Bothy “The Beehive” verliert sich der Weg wieder im Gras. Zwischen den Waldstücken gelangte ich zu Standing Stones, bevor ich über eine Brücke und einen Pfad in beidseitig gerodetes Gebiet kam. Eine lange geteerte Straße brachte mich nach Knowe; dann wieder Sumpf und schließlich hinab nach Bargrennan, wo ich mein Zelt auf dem Campingplatz aufstellte.

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Bargrennan nach St. John's Town of Dalry

Zurück auf dem Weg kam Highland-Stimmung auf; das Gelände erinnerte stark an frühere Touren. Der Pfad führt an einem Fluss entlang, steigt an und begleitet einen Bach. Ich erreichte Loch Trool — die Wege dort waren gut befestigt. Ein Hinweisschild erinnert an die Schlacht von Glen Trool.

Der Weg wurde wieder matschig und führte durch eine wahre Matschwüste, vorbei an Loch Dee und Clatterinshaws Loch, über Straßen und sumpfige Wiesen bis in ein großes Farnfeld. Schließlich sieht man das Etappenziel St. John’s Town of Dalry auf einem Hügel; am Ortsrand erlaubte man mir, mein Zelt bei der Newfield Farm aufzuschlagen.

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St. John's Town of Dalry nach Allan's Cairn

Nach dem Auffüllen der Vorräte verließ ich St. John’s Town of Dalry. Der Weg wurde schmaler und feuchter; Markierungspfosten waren nicht immer sichtbar, sodass ich mein GPS nutzte, um den Kurs zu halten. Der Pfad führte über Wiesen, Brücken und kaum erkennbare Trampelpfade.

Meine Schuhe und Socken waren komplett durchnässt; ich musste sie oft auswringen. Es begann zu regnen, und der GPS-Empfänger half, den weiteren Weg durch hohes Gras zu finden. Später musste ich einen kleinen, reißenden Bach mit schwerem Rucksack queren — mit Geschick gelang dies, trotzdem blieb ich anschließend in einem Schlammloch stecken.

Gegen 17:30 erreichte ich Allan’s Cairn, eine ordentlich ausgestattete Schutzhütte mit Schlafplätzen, Tischen, Stühlen und Kochstelle. Hinter der Hütte gibt es einen Bach zum Reinigen der Töpfe.

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Allan's Cairn nach Sanquhar

Obwohl ich die Nacht in einer trockenen Hütte verbracht hatte, blieben Schuhe und Socken nass und meine Fußblasen hatten sich verschlimmert. Schweren Herzens beschloss ich, die Tour abzubrechen und nach Sanquhar zurückzukehren.

Der Weg führte durch Wald zum Collar Knowe, wo ich meinen ersten Waymarker fand. Der Abstieg nach Sanquhar war in Sichtweite; aufgrund des Regens nahm ich den direkten Weg. In der Nähe der Ruinen von Sanquhar Castle liegt ein Campingplatz. Am nächsten Tag wollte ich noch einen Abstecher zur Ben Nevis Distillery machen, um Whisky zu kaufen, bevor ich nach Hause fuhr — meine Schuhe waren selbst nach drei Tagen nicht trocken.